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Zu einem Blog, der irgendwie etwas von sich hält, gehört wie ich finde auch ein Jahresrückblick. Und soeinen will ich hier schreiben.
Ich habe diese Webseite im März erstellt. Drei Monate nachdem ich aus einer psychiatrischen Reha nach Hause gekommen bin. Ich hatte davor schon einige Webseiten, die mir nie so ganz gepasst haben. Was sich geändert hat, war, dass mir der Vibe bei den vorherigen Webseiten zu angestrengt waren. Ich wusste ich wollte einen Platz im Internet wo ich meine Geschichte/n erzählen kann, aber mit der Betitelung hat es nie so ganz geklappt. Mit Die Jongalge hat es dann so gepasst, dass ich mich mit der Webseite wohlfühlen konnte.
Regelmäßig habe ich nie geschrieben, aber es sind doch 68 Posts zustande gekommen. Und sie alle markieren in irgendeiner Form einen Wendepunkt. Erst ganz am Ende des Jahres, habe ich dann einen Post geschrieben, bei dem ich mir dachte, dass er Business as usual war. Erst bei Ernsthaft?! hatte ich das Gefühl, dass ich schreibe ohne dabei zuviel von mir zu verlangen. Ich hatte dabei einen stabilen Eindruck von mir selber.
Ich habe 9676 Wörter geschrieben und 267 Likes dafür erhalten.
Die Mehrzahl der Posts waren für mich von einem Zwiespalt geprägt zwischen meiner Fähigkeit zu intelligentem Handeln und meinem Versuch nichts zu erzwingen. So sind passive Texte entstanden, apologetische Texte, vor allem mir selber gegenüber. Das jüngere Ich meiner Jugend war am sterben. Naivität ist Bewusstheit gewichen. Es war immer die Frage bin ich sicher, wenn ich nicht immer meine „Gefahrenglocken“ ertönen lasse, um mir meine Hyperalertness zu erhalten.
Der Weg war gespickt von nervösem Reaktionismus, sobald ich mich in „Gefahr“ wähnte. Wobei ich seit der letztjährigen Reha lernte, dass diese „Gefahr“ nur in meinem Empfinden stattfand.
Allgemein habe ich somit etwas getan, das ich nie für möglich hielt, loszulassen. Es beeindruckt mich heute, was ich da für Mut gezeigt habe.
Da muss ich an den August 2022 zurückdenken. An dem Punkt, als ich erkannte, dass ich eine Auszeit brauchte. Ich reichte einen Antrag zur psychiatrischen Reha ein.
Es ist spannend, ich habe dieses Jahr gelernt, mein Leben zu erleben, es zu lieben für das was es ist.

Ein wichtiges Ereignis für mich, war ein verregneter Samstag Vormittag. Ich war gerade im Krankenstand und hatte mehr Zeit zu überlegen. Etwas, dass ich bis genau zu diesem Punkt mit Leidenschaft tat, denn es gab etwas, das ich nicht verstand. Ich konnte nicht verstehen wie ein Arzt, der mit mir, in meinem offensichtlich bedrängten geistigen Zustand, ein Gespräch führte, nicht handelte um mir zu helfen. An diesem Samstag Vormittag, ich glaube es war im Oktober, ging mir dann der Knopf auf: Ich habe die Erkenntnis bis heute als Hintergrundbild auf meinem Handy.
Davor dachte ich Menschen können meine Gedanken lesen.
Heute glaube ich das nicht mehr. Und ich sage euch: Was für eine Erleichterung es nicht war, als ich in eine Ubahn eingestiegen bin.
Mein Vorsatz für nächstes Jahr ist es Geschichten zu schreiben. Mein persönliches zwar noch immer einfließen zu lassen, aber diese Texte, die ich schreibe mit ein wenig mehr Humor zu schreiben und vielleicht in etwas zu verwandeln, das ich auch in Gesprächen, die ich führe, bewerben möchte.
Ich wünsche euch in diesem Sinne einen guten Rutsch in das neue Jahr. Auf das es erfolgreich für euch ist, der Spaß nicht zu kurz kommt und die Gelassenheit euch begleitet.


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