Die Jonglage

Heute schon ein paar Wörter jongliert, Felix?


Was ist Philosophie?

Die Philosophie ist die einzige wissenschaftliche Disziplin die nichts vorraussetzt. Bei ihr ist eines der Grundthemen nachdenken über sich selber.

Übersetzt heißt Philosophie wörtlich: Die Liebe zur Weisheit. Nach Platon ist der Philosoph, derjenige der nach der Wahrheit strebt, nach dem Wahren und Guten.

In der Philosophie geht es um das Fragen und nicht unbedingt um das finden von Antworten.

In dem Buch, aus dem ich das Kapitel zusammenfasse, heißt es: „[Die Phiosophie] ist ein fortlaufender kritischer Kommentar zur Entwicklung der Menschheit.“

Die ersten Philosphen waren nicht mehr zufrieden mit den Mythen und Religionen und wollten selber denken und zu Erklärungen kommen.

Die Philosophie ist damit eher eine Aktivität als Wissen, nämlich ein selber Denken. Aber wozu brauchen wir die Philosophie, wenn wir den gesunden Menschenverstand haben. Bei der Philosophie geht es um Fragen die alle angehen. Das muss man sich immer bewusst sein. Es geht um Fragen wie: Was kann ich wissen? Hat mein Leben einen Sinn? Was ist gut. Laut Immanuel Kant hat die Philosophie drei Grundfragen: Was kann ich wissen? Was soll tun? Was darf ich hoffen?

Aber braucht man dafür wirklich die Philosphie, wenn es doch den gesunden Menschenverstand gibt? Und haben diese Fragen nicht auch alle die Religionen zum Thema?

Der Unterschied zur Religion ist der, dass bei der Religion ein Glaube abverlangt wird. Der Philosoph will der Wahrheit und dem Guten allein durch das selber Denken auf die Schliche kommen.

Der Unterschied zum Gesunden Menschenverstand ist der, dass nachdem ein Anhänger des gesunden Menschenverstandes eine Theorie, eine Phrase oder eine Zumutung einmal in Frage stellt und zurechtrückt, der Philosoph weiter fragt. Und er fragt weiter und weiter. Dort wo der Mensch mit gesundem Menschenverstand pragmatisch aufhört, beginnt der Philosoph erst und ist damit oft ein Ärgernis ihn.

Das hat zur Folge, dass der Philosoph alles in Frage stellt, am liebsten die eigenen Grundlagen. Somit ist in der Philosophie praktisch alles kontrovers. Es gibt zu so gut wie nichts Einigkeit. Aber wozu dient dann die Philosphie? Sie hat keinen finanziellen oder ökonomischen Wert. Sie ist das Gegenteil von Selbstzufriedenheit. Indem sie scheinbar sichere Meinungen erschüttert kann sie klarheit schaffen und uns aus Sackgassen herausführen. Meistens geht es nur um ein Klären von Begriffen. Das ist sogar eines der wesentlichen Ergebnisse der Philosphie. Denn oft reden die Menschen aneinander vorbei und meinen mit dem was sie sagen etwas komplett unterschiedliches. Die Philosphie gibt dann zumindest den Punkt frei, an dem die Meinung auseinander geht.

Die Philsophie ist die Verwunderung über Selbstverständlichkeiten.

Ein Wort noch zum Unterschied zwischen den Wissenschaften und der Philosophie. Die Philosophie hat ein verwandtschaftlisches Verhältnis zu den Wissenschaften. Alle sind aus der Philosophie geboren. Und wenn ein Thema in seinen Grundfesten erschüttert werden sollte, wird der Wissenschaftler wieder zum Philosoph und hinterfragt seine Grundlagen.

Eingeteilt werden kann die Philosophie in die theoretische Philosophie und die praktische Philosophie.

Theorie kommt von dem griechischen theoria und heißt wörtlich übersetzt „Schau“. Sie will die Gründe und Gesetze des seins erkennen. Dabei verhält sie sich passiv und aufnehmend.

Praktisch kommt von dem griechischen praxis und bedeutet „Handlung“. Die praktisch Philosophie befasst sich mit dem was nicht oder noch nicht ist, was aber sein soll. Sie ist aktiv in dem Sinn, dass sie Empfehlungen und Regeln aufstellt. Philosophie will uns keines Wegs vom Handeln abhalten sondern will begründetes und verantwortungsvolles Handeln ermöglichen.


Hier zusammengefasst ist das erste Kapitel aus dem Buch Grundwissen Philosophie – Ein systematische Einführung von Siegfried König aus dem Jahr 2013.



2 responses to “Was ist Philosophie?”

  1. Glauben kann man nicht abverlangen. Er ist etwas ganz Persönliches. Das ist der Fehler der Kirchen.

    1. Wenn ein Atheist dazu gezwungen wird in die Kirche zu gehen und dort mit zu beten, dann würde man ihm die Rituale abverlangen. Glauben kann nicht abverlangt werden. Ich schau mir nochmal an was in dem Buch steht und wie ich es zusammengefasst habe. Vielleicht schreibt er es in meiner Vorlage anders. Andererseits aus meiner Sicht als Philosoph wenn ich mich in eine Gläubige hineinversetzen müsste, würde das von mir abverlangen zu glauben. Da sprechen wir aber über ein Hineinversetzen, also nicht das selbst motivierte Glauben.

      Guter Punkt Gisela, danke! 😊

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Ups.. Was ist mir denn da passiert..??
Eine Webseite?

Überzeugt von deinem Weg? 🥲

Was will ich erreichen?

Es soll besser werden!
Deswegen schreibe ich.

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