Die Jonglage

Heute schon ein paar Wörter jongliert, Felix?


Auf, auf…

… ab in das Loch. In das gemütliche Loch, das du dir gegraben hast.

Du bist heute gut drauf. Hast für deinen Bruder schon etwas erledigt und hast dir was zu essen geholt. Gut genährt und mit einem Snus schreibst du jetzt.

Immer wieder jetzt, bei dir verharren ist deine Aufgabe. Schaffst du 2000 Wörter? Und ein Bild? Bild ist leicht das machst du jetzt.

Und los geht’s. Wir starten.

Flug in meine „Psyche“. Dort kenn ich mich aus.

Niemand wird das lesen. Also das peinlichste schreiben, dass dir einfällt. Nichts ist peinlich. Nur menschlich. Du kennst tatsächlich nur diese Kategorie. Oder hast du die peinlichen Situationen verdrängt. Vermutlich.

Wie du so in deinem Bett liegst und in dein Handy tippst, hast du das Gefühl du bist auf einer Mission.

Selbst gesteckte Ziele zu erfüllen ist ein großartiges Gefühl! So überzeugt, dass du etwas kannst… du weißt nicht wann du dich das letzte mal so gefühlt hast. Bei deinen Studien vielleicht? Ja da bist du mit diesem Gefühl rein gegangen.

Schritt für Schritt näher an dein Ziel. Es ist so leicht ohne Ansprüche zu schreiben. Keine Ansprüche an sich selber? Langsam aufbauen.

Du überlegst dir wie es sein wird am Ende des Textes. Mit 2000 Wörtern wie du dich fühlen wirst. Mit einem Erfolgsgefühl? Sicher! Stoiker würden dich warnen das zu erwarten. Lieber vom schlechtesten Ergebnis ausgehen. Und dann überrascht sein wenn es doch nicht so ist.

Noch 10 Mal so viel.

Du fragst dich wie es sein kann, dass dir dieses Ziel so viel wert ist. Es ist ein schaffbares Ziel. Das ist es. Du musst nur weiter schreiben. Nur weiter schreiben.

Jetzt spielts Elvis. Du magst die Playlist. Rock der 70er, 80er, 90er und 00er Jahre. Du fragst dich ob  Elvis wirklich Rock ist. Naja man muss da flexibel sein mit seinen Erwartungen. Es ist eine über 60 Stunden lange Playlist.

Weniger als 7 Mal so viel.

Jetzt spielt es Ramones.

Vielleicht ist es wichtig sich noch klarzumachen, dass man das in einer Sitzung vorgenommen hat.

Du könntest ja auch über Monate schreiben.

Du hättest auch noch nachschauen können wann du begonnen hast. Du kannst die Zeit nämlich überhaupt nicht einschätzen wenn du da so vor sich hin schreibst.

Gibt es so etwas wie einen Wettbewerb in dem man eine gewisse Textlänge erreichen muss und der es in der kürzesten Zeit erreicht gewinnt? Wahrscheinlich würde in so einem Wettbewerb auch die Form etwas zählen. Obwohl die ist nicht objektiv messbar.

Fast ein Viertel.

Kannst du jetzt spontan einen Haiku schreiben?


Es ist wie es ist

Und der Peter kackt auf den Weg

Der Müllmann räumt weg


Das ist jetzt schnell gegangen. Du hast tatsächlich innerhalb von 30 Sekunden einen Haiku geschrieben. Nicht schlecht!

Du könntest ins Museum gehen und dort Mal einen Post schreiben. Andere Umgebung andere Dynamik im Text. Dynamik ist vermutlich das falsche Wort, wohl eher Inhalt. Du könntest dich dort auf andere Dinge beziehen.

Oje es wird wie ein Marathon. Mit Wand die sich dir gegenüber aufbaut. Einfach weiter schreiben!

Die Wand gegen die du anrennst ist eine Vorstellung von Gefühlen. Das Gefühl dass es zu viel Arbeit ist jetzt weiter zu machen. Die Angst es nicht zu schaffen. Zu versagen. Aber du erinnerst dich daran, dass du nicht versagen kannst, weil du ja ganz allein bestimmst wie und was du schreibst und du immer weiter schreiben kannst und du willst. Naja nicht mehr ganz. Es kommt mir so unnütz vor zu schreiben. Das hast du oft das Gefühl, dass alles unnütz ist. Es hat dich schon oft ein Abenteuer gekostet.

Noch 70 Wörter dann hast du ein Drittel!

Ich komm mir schon blöd vor wie ich da ein unnützes Ziel erreichen will. Es ist wie das Buch über die 100 Vergnügen. Da werden 100 Dinge vorgestellt die man gratis machen kann um sich gegen die kommerzialisierte Welt zu wehren. So ist das hier auch! Absolut zwecklos für andere. Für mich aber die Welt.

Also genießen wir die Zeit weiter, in der wir die Zeit genießen. Beim Schreiben.

Das hier geht auch nur gechillt ich glaub unter Zeitdruck wäre es viel schwieriger zu schreiben, man gerät in eine Schreibblockade. Um wieder rauszukommen muss man sich entspannen, die Zeit vergessen. Nicht so leicht wenn man Vorgaben hat.

Es scheint so zu sein, dass Stress der absolute Feind vom Schreibfluss ist.

Über ein Drittel.

Und jetzt machst du doch Pause. Die Luft ist raus aber du bleibst dabei. Komisch, du schreibst das eine und machst das andere.

Du denkst darüber nach wie du das was du gerade gelernt hast woanders anwenden kannst. Hast du tatsächlich gerade etwas gelernt? Es fühlt sich so an als wäre da etwas zu tun mit dem Effekt, dass du das eine schreibst und das andere machst. Ein Gefühl, das du bereits kennst. Vom Rauchen, da ist es ähnlich. Du machst es auch und fühlst dich eigentlich als Nicht-Raucher. Aber so wie es gerade passiert ist, ist es neu.

Harte Wahrheit. Wenn es nur mehr um die Anzahl der Wörter geht, wird das Schreiben sinnlos.

Und du machst es trotzdem. Seltsam!

Aber die Worte werden gewählter.

Du hast das Gefühl, dass es heutzutage bedeutet ein Mensch zu sein, sich an irgendeinem Punkt in seinem Leben damit auseinanderzusetzen was man in seiner Freizeit macht.

Leute die das früher machen haben einen Vorteil. Und dann heißt es eine Balance zu finden. Leute die das lesen haben mit aller Wahrscheinlichkeit schon herausgefunden was sie mit ihrer Freizeit machen wollen. Diejenigen die hetzen von dem zum anderen lesen das nicht, denkst du.

Gerade spielts Queen.

Ich schätze so wie das hier schauen normalerweise Tagebücher aus.

Erinnert mich an ein Magazin, das es in Österreich gibt. Es heißt Tagebuch. Du hast dir mal eine Ausgabe gekauft und hast nicht wirklich darin gelesen. Es ist doch so: manche Dinge sind für einen bestimmt und die meisten nicht. Problematisch wird es nur wenn man sich Dinge wünscht die nicht für einen bestimmt sind.

Und dann gibt es die Leute die sich irgendetwas einbilden. So warst du auch mal!

Heute schreibst du in deiner Freizeit Meditationen. Wem nützt? Vor allem dir. Und manchen Leuten gefällt der eine oder andere Text.

Ich schreibe Meditationen. Du freust dich denn es ist zum Hobby geworden. Ein Hobby dass dir nützt du lernst dabei besser zu werden in dem spezifischen Fach und es gefällt dir.

Jetzt willst du es von den Dächern posaunen als hättest du gerade im Lotto gewonnen.

Interessant findest du es aber schon, dass du lieber selbst produziert als selber zu konsumieren. Naja stimmt auch nicht ganz. Du bist auf Reddit unterwegs und liest mit auf Jodel.

Du beginnst einen gewissen Standard zu entwickeln für das was du schreibst. Das Meditationen schreiben ist eine ganz eigene Kunst. Ma bleibt bei der Sache. Es ist wie ein gewünschter Nebeneffekt dass man dabei etwas produziert was danach nachvollzogen werden kann.

Einen fetten Effekt hat der Gedanke auf dich.

Du hast Platz gewechselt. Jetzt sitzt du am Klo.

Du bist dir nicht sicher ob das etwas ist das besser in der Privatsphäre bleibt. Dir persönlich ist es egal. Andererseits hast du Mal mitbekommen wie jemand in einem öffentlichen Ort im Internet ein Bild von seiner heruntergezogenen Hose gepostet hat, auf das jemand geantwortet hat:“sehr sympathisch“. Das macht dir Mut dich so zu zeigen.

Komisch, das Wort Mut war nicht in deinem Wörterbuch. Schön dass es jetzt vorhanden ist! Du fragst dich ob du es tatsächlich noch nie geschrieben hast!? Du hast das Handy jetzt seit 8-9 Monaten. Echt heftig!

Press Pause

Du denkst dir Einstieg ist schwer, und beginnst sogleich zu schreiben. Du hast das Gefühl du hast dich selber ausgetrickst. Du musst lächeln. Endlich frei von diesen Ängsten. Zumindest hier. Kein Zwang zu funktionieren. Nur du und dein Text.

Du findest es unglaublich, dass du tatsächlich ein Hobby hast. Du findest es schön! Wenn dich jetzt jemand fragt was du so machst kannst du sagen, du schreibst Meditationen.

Du denkst darüber nach ob diese Meditationen vergleichbar sind mit denen die Marc Aurel geschrieben hat. Die Intention, glaubst du, ist die gleiche.

Es kommt aus einem Wunsch sich selber besser zu kennen. Bei mir. Bei Marc Aurel auch? Das könnte wohl nur er beantworten. Aber ich bin ihm näher, diesem berühmten Mann. In Wahrheit ist er das erste mal erst ca 300 Jahre nach seinem Tod wieder erwähnt worden. Von einem anderen Kaiser. Also spät gerühmt.


Vor dem Strich sind es genau 1400 Wörter.

Es spielt gerade ein Beatles Cover von Come Together.

Eine Sache die ich dir sagen kann ist du musst frei sein.

Come Together – Beatles

Du überlegst ob es tatsächlich von den Beatles ist. Willst jetzt aber nicht nachschauen.

Uiuiui Led Zeppelin. Stairway to Heaven

Du hast das Gefühl du kennst dich selber nicht und schreibst deswegen Meditationen.

Du musst immer wieder in einem bestimmten Moment an eine Jugendfreundin denken. Sie hat dir gesagt dass sie deine Füße schön findet. In dem Moment denkst du an eine absolut geerdet Person. Mit gutem Humor. Du weißt nicht was dieses Gefühl ist. Sie war immer fair zu dir. Hat dich respektiert. Sie ist Lehrerin geworden. Ein Job, der, wie du findest, gut zu ihr passt. also einfach ein sympathischer Mensch.

Ina heißt sie. Wenn du an sie denkst hast du Hoffnung. Sie gibt dir Hoffnung. Sie dürfte anscheinen Erfahrung mit Menschen gehabt haben als ihr euch gekannt habt. Die Erinnerung an sie gibt dir Hoffnung an die Menschen.

Du schätzt du hast vor einenhalb Stunden angefangen zu schreiben.

Endspurt fast erreicht.

Du findest noch immer unglaublich, dass du dir ein Ziel setzen konntest und es auch einhalten kannst. Das ist wohl so wenn man Spaß hat.

Du denkst dir du solltest vielleicht doch ein wenig mehr interagieren mit den Menschen im WordPress Netzwerk. Du hast nicht das Gefühl dass es dir Spaß machen würde. Respekt ist so eine Sache. Du fürchtet sich davor nicht respektvoll zu sein im Umgang mit anderen. Wenn man dem öffentlichen Diskus aufmerksam folgt entwickelt man eine Furcht davor den Menschen auf die Füße zu treten mit seinen Aussagen.

Etwas machen, das kein Geld bringt nur um des Machens Willen. Was für ein Schatz.

Im Arbeits-Chat ist wieder etwas passiert.

Bei einem Wettbewerb bei dem es darum geht möglichst viel zu schreiben in einer möglichst kurzen Zeit, müsste man verhindern, dass Leute sich Texte vorschreiben.

Jetzt geht mir langsam die Puste aus.

Ich bin leer, würdest du sagen.

Und deine Form lässt nach.

Du findest, dass du selbst über das schreiben kannst. Schreiben ist ein Wunder.

Du denkst darüber nach ob es vielleicht besser wäre nicht weiter zu schreiben. So als täte es einen gesundheitlichen Vorteil haben. So wie die Psyche Teil eines gesunden Menschen ist.

Es hat doch keinen Sinn zu schreiben wenn es dich auslaugt.

Also ein gutes Ende finden.

1800 Wörter hast du geschafft. Also schreiben wir jetzt über einen Schmetterling, den du von einem Dachbad gerettet hast. Es war im 27 Stockwerk und da oben gab es keine einzige Pflanze. Du hast die Hand hingehalten und hast den Schmetterling so angelockt. Als er tatsächlich auf deiner Hand gelandet ist. Hast du ihn mit der anderen Hand gefangen und bist die 27 Stockwerke runter gefahren und hast ihn frei gelassen.

1874 Wörter



Kommentar verfassen

about

Ups.. Was ist mir den da passiert..??
Eine Webseite?

Hoffentlich wird es nicht schlimmer.. 😅

KATEGORIEN

Zufällige Beiträge

Neueste Beiträge

Entdecke mehr von Die Jonglage

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen